Ausstellungen
06.11. bis 30.11.14 - Illerbeuren
HEU HÜTTEN , BERG BAUERN , LAND SCHAFFT
Schwarz-Weiß Fotografien von Christian Heumader
_ Ausstellung

06. bis 30. November 2014

Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren

Museumstraße 8

87758 Kronburg

Dienstag bis Sonntag 10 - 16 Uhr


_ Ausstellungseröffnung

06. November 2014 19.30 Uhr

Begrüßung: Franz G. Schröck, architekturforum allgäu

Grußwort: Hans-Joachim Weirather, Landrat Unterallgäu

Einführung: Christian Heumader, Fotograf


_ Vortrag

20. November 2014 19.30 Uhr

Dieter Wieland, Uffing

'Wandel in der Landwirtschaft - vom Bauernhof zur Agrarfabrik' 


_ Diskussion 

Moderation: Thomas Meusburger, Architekt

(zuvor wird um 18.30 Uhr ein gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung angeboten)


_ `LandLuft` ist eine Veranstaltungsreihe des architekturforum_allgäu, die sich mit der Entwicklung des ländlichen Raums im Allgäu beschäftigt, den es zu bewahren und sinnvoll für die Zukunft zu gestalten gilt. Nach den Auftaktveranstaltungen im Frühjahr 2011 fand die Reihe mit der Präsentation der Ausstellung `Der nicht mehr gebrauchte Stall` in Sulzberg Ende letzten Jahres seine Fortsetzung. Das architekturforum_allgäu freut sich die `LandLuft` heuer mit einer erstmaligen, umfangreichen Präsentation der fotographischen Arbeiten von Christian Heumader weiterzuführen. Seine erlesenen schwarz/weiß – Bilder beschäftigen sich in dokumentarischer Form mit den Veränderungen der Kulturlandschaft des Ostrachtals und verstehen sich in der Tradition der Arbeiten von Lala Aufsberg, Erika Groth-Schmachtenberger oder der Gebrüder Heimhuber. 

Im dazu passenden Rahmenprogramm konnten wir Dieter Wieland für einen Vortrag gewinnen, der als einer der profiliertesten und bekanntesten Dokumentarfilmer des Bayerischen Fernsehens gilt. Seine `Topographie` - Reihe aus den letzten Jahrzehnten, die sich mit anderen Ausdrucksmitteln ebenfalls mit dem Wandel der bayerischen Kulturlandschaften beschäftigt, ist längst zum Allgemein-Gut geworden; leider finden seine mahnenden Worte aber immer noch zu wenig Niederschlag.


_ In den letzten Jahren sind zahlreiche Bücher zur Kultur, Geschichte und Tradition des Oberallgäus erschienen. Zwei dieser Bücher beschäftigen sich mit der Tradition der Heuarbeit in den Ostrachtaler Bergen: „Hoibat - Die Geschichte der Bergwiesen im Ostrachtal“ und „Stadel und Schinde – Hütten und Fluren der Hindelanger Bergbauern“.

Aus diesen beiden Büchern ist nun eine Ausstellung entstanden. Im Vordergrund stehen die traditionellen landwirtschaftlichen Gebäude im Oberallgäuer Berggebiet – die Heu-Stadel und –Schinden. Sie bestimmen nach wie vor vieler Orts das Landschaftsbild, verfallen aber allmählich, da sie nicht mehr gebraucht werden.

Gleichzeitig zeigt Christian Heumader Bergbauern und Bergbäuerinnen aus dem Ostrachtal: „Alte“, die ihr Leben lang an den Steilhängen gearbeitet haben und „Junge“,  die bereit sind, diese Arbeit auf ihre Art fort zu führen.

Die Ausstellung führt vor Augen, wie viel Aufwand auch heute noch in der Bewirtschaftung der steilen Hanglagen steckt und offenbart dem Betrachter die Schönheit einer gepflegten Kulturlandschaft, aber auch die Veränderungen eines Landschaftsbildes, wenn die Bewirtschaftung der Bergwiesen aufgegeben wird. 




Bockbichel Schwande-Vorderhindelang

Tiefenbach-Gaißberg

Ecklucke-Hinterstein

Eck-Gailenberg
Alle Fotos: Christian Heumader, Bad Hindelang - heumader@bergwegverlag.de

_ zur Person Christian Heumader: 

1953 in Niedersonthofen geboren, Bayerische Staatslehranstalt für Fotografie, angestellter und freier Fotograf, 25 Sommer Alphirte, seit 2000 wohnhaft in Bad Hindelang, tätig im Heimatdienst Bad Hindelang

2011 Gründung des BergWegVerlags

Mit dem BergWegVerlag  hat sich Christian Heumader zum Ziel gesetzt, historische Themen und im Verschwinden begriffene Merkmale des Allgäus zu dokumentieren und in Form von Büchern der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

_ zur Person Dieter Wieland: 

Lange bevor ökologische Themen zum journalistischen Repertoire gehörten, hat Dieter Wieland (geb. 16.03.1937) die Zersiedelung der Landschaft, die Verschandelung von Städten und Dörfern erkannt und in über 250 Dokumentarfilmen eindringlich geschildert. 

Die Schändung der Natur, die Zersiedelung der Landschaft, die Unwirtlichkeit der Städte – all dies machte Dieter Wieland seit Anfang der 70er Jahre zum Thema seiner großen Reihe „Topographie“ im Bayerischen Fernsehen. „Grün kaputt”, „Unser Dorf soll hässlich werden” und „Die große Kunst, ein kleines Haus zu bauen” sind wohl die bekanntesten Titel seiner über 250 Dokumentationen für „Unter unserem Himmel”. 

Wielands Hauptmotivation ist seine „Liebe für Qualität“ in allen Epochen. Es sei daher keine negative Weltsicht, die ihn antreibe, und er sei daher auch kein rückwärts-gewandter Kritiker der Moderne. Gleichwohl kritisieren seine Filme vor allem die Zerstörung alter, gewachsener Strukturen und deren oft gedankenlose Ersetzung durch Neumodisches und qualitativ Minderwertiges. Die Themen erstrecken sich dabei von der Natur über die Landschafts-gestaltung/Kulturlandschaft bis hin zur Architektur und Gestaltung der Städte. 

Dieter Wieland verfasste und sprach seine Filmtexte immer selbst. Dabei ist seine Stimme ebenso eindringlich und unverwechselbar wie die Machart seiner Filme. 

Er lebt mit seiner Frau Heidi in einem von ihm renovierten Arbeiterwohnhaus in Uffing am Staffelsee, umgeben von einem naturnahen Garten aus einheimischen Pflanzen.